Steebschacht 2016-2017

2017  


Das Jahr 2017 begann wie es aufgehört hat. Unsere Haupttätigkeit bestand darin, in die Tiefe zu graben und die gewonnenen Meter mit einem Stahlverbau zu sichern.

 

Mit dem Grabungsverlauf wurde natürlich auch unsere Transportbahn immer wieder verlängert.

Da auch weiterhin das Regenwasser der umliegenden Dächer in die Höhle eingeleitet wird, kommt jedes mal zur Verlängerung der Transportbahn auch der Ausbau der Entwässerung hinzu.

Um die Arbeiten etwas angenehmer zu gestalten, wurde im Steebschacht 2017 der  Ausbau mit Leitern und Steighilfen abgeschlossen. Bild: Axel N.

 

Das Wasserrohr halten wir am Ende flexibel. So kann es während der Grabung zur Seite gelegt werden. In der restlichen Zeit spült uns das Wasser Teile des Lehms weg und zeigt uns den Weg nach unten. Bild: Axel N.

 

 
Eine Spalte auf dem Weg nach unten . Hier standen Erweiterungsmaßnahmen an. Bild: Thomas Boldt

 

Seit Mitte 2017 haben wir im Steebschacht nun auch endlich eine Bewetterung. Für 2018 ist der Einbau einer Messstation geplant. Die Transportbahn hält den personellen Aufwand in Grenzen. Meist sind es zwei bis drei Personen die in der Höhle graben. Die Projektleitung hat sich zur Vorgabe gemacht, gleich von Anfang an den Gangverlauf so zu gestalten, dass der Transport einer Rettungstrage möglich ist. So wurden im Grabungsjahr 2017 ca. 28to Material gefördert.

 

Stand Ende 2017

 

<<Für eine hochauflösende Darstellung anklicken>> 

 

 


 

 

2016


Um die Grabungsarbeiten im Steebschacht zu vereinfachen, entstand schon vor längerer Zeit die Idee zu einer Seilbahn. Mit dieser könnten die Grabungseimer schnell und ohne Muskelkraft von der Grabungsstelle zur höher liegenden Abladestelle transportiert werden.
Gesagt - getan:
Es entstand ein regelrechter Baukasten aus T-Trägern, die als Schiene fungieren, Befestigungsmaterial und Umlenkrollen, um auch das Zugseil in der Höhle um die Kurven zu führen. Die Seilbahn ist für 150kg Last ausgelegt, so dass auch größere Grabungseimer transportiert werden können.


   Der erste Test einer gebogenen Seilbahn-Schiene außerhalb der Höhle

So nebenbei wurde als notwendige Infrastruktur ein Starkstromkabel mit 5x6mm2 Leitungsquerschnitt in die Höhle verlegt, um die Elektrowinde und die Geräte zum Bau und zur Grabung zu versorgen.


   Daniel beim Elektro-Schweißen am Seil

Nach einigen Wochenenden war die Bahn installiert.


   Höfo beim Betrachten eines fahrenden Eimers mit Grabungsmaterial,
   selber ziehen war gestern


   Blick aus dem fahrenden Transporteimer auf die Grabungsstelle

Die Arbeitserleichterung durch die Seilbahn ist enorm. Auch der Grabungsfortschritt konnte deutlich beschleunigt werden. Mit Hilfe der Seilbahn können zwei Personen an einen Wochenende etwa 3 Tonnen Material bewegen. Stand August 2017 hat die Bahn eine Länge von 23m, sie wird verlängert, wenn die Grabung fortschreitet.

Eine "Mitfahrt" gefällig? Dann einfach den Video-Player starten:


Seit Anfang  des Jahres 2016 wurde überlegt, die in den letzten zwei Jahren immer weniger fortgeführten Arbeiten im Steebschacht wieder aufzunehmen, nachdem sich eine neue vorstandsgeführte Gruppe nun im Steebschacht engagiert.
Zunächst wurde der im Schacht noch eingebaute „Kran“ entfernt, der sich als völlig unpraktikabel erwiesen hat.
In einem nächsten Schritt wurde der Schacht mit einem Starkstromanschluss versehen, weil die Winde mit dem Spannungsabfall auf der Kabellänge mit nur 2mm² Querschnitt nicht umgehen konnte. Sie wurde nach nur wenigen Minuten so heiß, so dass der Sicherheitsschalter in der Winde abschaltete. Also wurde ein 5x6mm² Kabel durch ein vergrabenes Leerrohr eingezogen und fest installiert. Zum Glück erlaubte Hans-Georg Steeb, dessen Hof direkt am Schacht angrenzt, den Anschluss an seine Elektrik in seinem Stallgebäude. Zur Verteilung in der Höhle wurde ein wasserdichter Verteiler gebaut und in der Höhle angebracht.
Und nun kam noch der Clou. Angeregt durch Kollegen aus einem Karstgebiet (Český kras) südwestlich von Prag, die für Grabungsarbeiten in einer Schachthöhle eine Hängebahn gebaut haben, machten sich Daniel Geil und Thomas Boldt Gedanken inwieweit das auch im Steebschacht umsetzbar ist und damit die Grabungsarbeiten wesentlich erleichtert werden könnten. So wurden in den letzten Wochen Hängebahnmodule gebaut und Daniel hat in seiner Werkstatt einen „Wagen“ konstruiert. Vor Ort werden die Module dann mit einer angepassten Biegemaschine gebogen und mit Konsolen am Schacht verschraubt. Die Premiere soll bis Ende August stattfinden.


     Die Mannschaft bei der Vorbereitung zur Entfernung des Krans (v.l.n.r. Markus Boldt, Yvonne Bleher,
     Daniel Geil, Roland und Thomas Boldt, Knut Brenndörfer (Fotograf – nicht im Bild) )


     Daniel und Pascal rollen die an den Treckergabeln aufgehängte Kabeltrommel ab –
     Danke Hans-Georg für den Trecker (Petra: Fotograf und deshalb nicht auf den Bildern)

     Daniel zieht das Kabel von der Rolle und lässt es in das Leerrohr, während…


     …Roland das Zugseil und später das Kabel mit Hilfe von Petra in den Schacht zieht


     Roland befestigt das Kabel an den bereits vorhandenen Rohrschellen


     Der Verteiler in der Höhle mit Stark- und Lichtstromanschlüssen, FI-gesichert mit 32A Anschlusswert


     Die adaptierte Biegemaschine in Aktion


     So kommt die Bahn dann aus dem Grabungsschacht in der unteren Halle.
     Hier wird sie noch ein Stück weitergeführt. Bevor sie allerdings wirklich in
     Betrieb gehen kann, muss sie noch entsprechend fixiert und an den
     nötigen Stellen Umlenkrollen für das Zugseil angebracht werden


     Im Schacht verläuft die Bahn annähernd senkrecht und ist bereits fertig fixiert

[Stand: 12/2016]

 


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Broschüre: Die Bärentalhöhle

 

Die Bärentalhöhlen-Broschüre beschreibt die Entdeckungsgeschichte sowie viele weitere Details der Höhle. Sie vermittelt einen umfassenden Eindruck über diese Albhöhle. (Inhaltsverzeichnis als PDF)

Hier eine Übersicht des kompletten Heftes:  Bärentalhöhle-Broschüre

DIN A5, 126 Seiten, vollfarbig,  mehr als 150 Fotografien, Skizzen und Abbildungen

Preis:  8,00 Euro

Die Broschüre "Die Bärentalhöhle und das Bärental" kann per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter Telefon 07344-9246480 bestellt werden.

 

Vetterhöhle bis 2004

>>> zur Telemetrie

Forschungsgeschichte der Vetterhöhle  (Kat.-Nr. 7524/30a)

Bis 2004

Plan der Vetterhöhle als PDF-File (DIN A0, Stand: Januar 2015)

Vorgeschichte

Dem aufmerksamen Wanderer fällt auf der Alb, besonders im Winter, manchmal eine schneefreie Stelle auf, an welcher ein deutlicher Luftzug in einer Erdspalte verschwindet. Im Sommer ist an der gleichen Stelle ein kalter Luftaustritt aus dem Berg zu beobachten. Diese Bewetterungsstellen sind ein Karstphänomen und deuten auf größere Hohlräume im Untergrund hin. Sie entstehen durch Konvektion, also das Aufsteigen wärmerer Luft gegenüber kälterer Luft und damit einem Luftstrom zwischen höher und tiefer liegenden Höhlenzugängen. Diese Zugänge sind meisten engste Spalten im Milimeter- bis Zentimeterbereich.

Bei sehr großen Hohlräumen kann sich auch noch eine barometrische Komponente überlagern. Dabei entsteht ein Luftstrom, indem sich der Luftdruck durch Hoch- und Tiefdruckgebiete an der Oberfläche ändert und zum Druckausgleich Luft in die Höhle hinein oder aus der Höhle heraus strömt.

Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Blaubeurer Bürger bei der Suche nach weiteren, trockenen Zustiegen in den Blautopf auf der östlichen Seite des kleinen Galgentäles kurz hinter dem Ortsausgang Blaubeuren fündig. Eine kräftige Bewetterungsstelle am Hang erregte die Aufmerksamkeit. Unter der Leitung von Herrn Karl Vetter grub man etwa fünf Meter an einer Felswand entlang in die Tiefe, immer einem kräftigen Luftzug nach. Da außer der Felswand die Wände nur aus Schuttmaterial bestanden, musste in dieser Tiefe aufgrund von Einsturzgefahr aufgegeben werden.

Nachdem etwa 40 Jahre ins Land gegangen waren und die Blautopfhöhle durch weitere Forschungserfolge immer besser bekannt war, erinnerte man sich wieder an die alten Aktivitäten und die beeindruckende Bewetterung im Galgentäle. Die Stelle lag zwar nicht direkt über der Blautopfhöhle, war aber durch die Lage auf der Verlängerung zweier Störzonen sehr interessant. Außerdem gab es eine alte Veröffentlichung, dass ein Färbungsversuch in der alten Grabung im Blautopf nachzuweisen war. Eine Verbindung war damit sehr wahrscheinlich.

     Die spätere Grabungsstelle
 

November 2002

Im November 2002 waren alle nötigen Genehmigungen für eine Grabung vorhanden und die Grabung konnte beginnen. Von Anfang an wurden die Maße des Schachtes mit 1,4 x 1,8  Meter deutlich größer angelegt, als bei der historischen Grabung in den 60er Jahren. Die Grabung kam schnell voran, im Juli 2003 wurden etwa 9m erreicht.

     Grabung im Winter
     Grabung im Sommer
     Grabung im Sommer

Die Verbauung der Vetterhöhle

Zunächst standen wir doch einigermaßen ratlos vor der Aufgabe eine statisch einwandfreie Verbaukonstruktion in die Vetterhöhle einzubringen.

Zum Glück konnte uns Rafael Grimm von der Höhlenforschergruppe Hegau-Randen helfen. Wir erhielten von ihm genaue Angaben über die Stärken der zu verwendenden Baumstämme und eine detaillierte Beschreibung nebst Zeichnung, wie ein solcher Verbau statisch einwandfrei und für lange Zeit haltbar zu konstruieren ist.

Anhand der Fotos kann man die Konstruktion gut erkennen und nachvollziehen. In der Hauptsache besteht der Verbau aus Stempelholz (die vier Ecken) und Spannhölzer (zwischen den Ecken bzw. Stempelhölzern), deren Stärke >20 Zentimeter beträgt. Hinter dieses Gebilde werden ohne weitere Befestigung Stämme mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern gelegt, welche die eigentlichen Wände bilden. Durch den Druck des angrenzenden Schuttes bleiben sie an Ort und Stelle.

      Erster Teil des Verbaus
 

[Stand: 2004]

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